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MAGAZIN

OCC ist seit über 30 Jahren fester Bestandteil der sogenannten Szene: Hier tummeln sich die Fachleute und Fans von historischen und modernen Klassikern. Freuen Sie sich an dieser Stelle auf stets frische Nachrichten, Auktionsberichte und Tipps rund um Ihr Liebhaberfahrzeug sowie Vor- und Rückschauen zu Veranstaltungen.

Ein alter Hase auf der Rennstrecke – oder zwei?
07. August 2017

Der graue Schatten in der Linkskurve bewegt sich blitzschnell, um anschließend am Fahrbahnrand zu verharren. Nur einen Wimpernschlag später werden die Umrisse deutlicher und ich erkenne einen hageren Hasen mit gewaltigen Löffeln, der rein optisch in etwa das Baujahr des Golf I GTI  haben dürfte, in dem ich sitze. 

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Ich fahre gerade das erste Mal in meinem Leben auf einer Rennstrecke und zwar auf dem legendären Hockenheimring. Und als ob das noch nicht aufregend genug ist, sitzt in der vor uns liegenden Kurve dieser Hase, den ich wirklich, wirklich gerne nicht überfahren möchte. Wenngleich dieser Kollege den Eindruck macht, als wären seine Öhrchen schon das eine oder andere Mal unter die Räder gekommen, verschwindet er brav, als wir die Kurve passieren. Glück gehabt! Und das war nur einer von diversen animalischen Zwischenfällen, die ich auf der AvD-Histo-Tour 2017 zu verzeichnen hatte – da wären zum Beispiel noch ein Rotwild oder eine Kuhherde - aber beginnen wir von vorn:

 

Als mein Chef, OCC Geschäftsführer Carsten Möller, bei einem Meeting in die Runde fragte, wer Lust hätte, mit ihm die AvD-Histo Tour zu fahren, konnte mein Gehirn mein Plappermaul nicht mehr rechtzeitig aufhalten. Und ich bekam den Zuschlag. Es hatte sich ja auch niemand anderes gemeldet… Während ich also unsere Nennung vornahm, stelle sich heraus, dass wir mit keinem unserer OCC-Fahrzeuge überhaupt an der Veranstaltung teilnehmen dürfen. Unseren Cabrios fehlt der Überrollbügel und dem VW Nasenbär die Motorisierung. Und so kam es, dass wir uns einen schwarzen Golf I GTI, Baujahr 1979, beim Werkstattinhaber unseres Vertrauens liehen.

 

Je näher die Veranstaltung rückte, desto mehr Infos erreichten mich, die ich eingangs wohlwollend überlesen hatte. Warum, zum Beispiel, brauche ich einen Helm? Ich forstete mich also durch das Programmheft der Veranstaltung. Für den ersten Tag stehen neben der Rallyeroute eine Opel-Teststrecke sowie der Ostkurs des Hockenheimrings auf dem Programm. Am zweiten Tag geht es auf den belgische Circuit de Spa-Franchorchamps mit seiner weltberühmten Eau Rouge und am dritten Tag heißt es Nürburgring: Südschleife, Nordschleife und Grand-Prix Strecke. Bedeutet das, dass ich mich zu einer Rennveranstaltung angemeldet habe?

 

Ich brauchte einige Momente, um meine Gedanken zu ordnen und dabei festzustellen, dass ich das echt aufregend finde. Aber ein bisschen Respekt schleicht sich dann doch in mir hoch. Wer weiß, ob Carsten überhaupt so gut Autofahren kann? Und wenn nicht, kann ich dann was sagen? Männer hören sich ja tendenziell weniger gerne Kritik über ihren Fahrstil an. Und der eigene Chef freut sich dann vermutlich besonders, oder?

 

Am 18. Juli war es dann soweit: In Frankfurt Niederrad angekommen, geparkt und eingecheckt erhalte ich das 4,5 Kilogramm schwere Roadbook mit rund 220 Seiten, das die nächsten Tage nicht mehr von meiner Seite weichen soll. Da ich bereits Erfahrungen mit dem Lesen von Roadbooks nach kilometrierter Tabelle genauso wie nach Chinesenzeichen habe, fühle ich mich genau bis zu dem Zeitpunkt gut, als ich feststelle, dass man ausgerechnet in diesem Roadbook Kartenlesen muss. Um meine Ausführungen an dieser Stelle abzukürzen: Mein Chef nennt mich jetzt „Kartenmonster“.

 

Zu meiner Verteidigung möchte ich gerne hervorheben, dass an fast allen Stellen, an denen wir uns verfranzt haben, auch andere Teilnehmer ihre Schwierigkeiten hatten und gemeinsam mit uns verwirrt in der Gegend herumkurvten oder doch erst beim zweiten Anlauf die richtige Abzweigung nahmen. Und doch muss ich zugeben, wenngleich ich vieles wirklich nicht gut kann, im Kartenlesen scheine ich besonders schlecht zu sein. :)

 

Und nun bin ich in meiner Geschichte auch wieder bei der Kuhherde angelangt. Die Gleichmäßigkeitsprüfung Nummer 16 begann an einem Ortsausgang und sollte uns auf 7,56 Kilometern mit einem Schnitt von 49,8 km/h ins belgische Örtchen Wanne bringen. Nach etwa 50 Metern leitete uns die Wegstrecke in die erste Kurve, in der wir geduldig einige Minuten warten mussten. Warum? Eine Kuhherde, die eigentlich links auf ihrer Weide grasen sollte, hatte ein Leck im Stacheldraht entdeckt und sich auf den Weg gemacht, die Welt außerhalb des Zauns zu erkunden. Erst als Käthe und Co. sich entschlossen, kurz zu verweilen, nutzten wir die Chance vorsichtig vorbeizufahren. Unser Prüfungsschnitt war damit natürlich dahin, doch das war er auch in manch anderer Prüfung– leider ohne Rinder-Ausrede. 

 

Aus meiner Sicht vereint die AvD-Histo-Tour beide Gegensätze, entspanntes Fahren und energiegeladenes Cruisen, zu einer perfekten Rallye-Veranstaltung. Auf knapp 1400 Kilometern Gesamtstrecke inmitten idyllischer, grüner Gegenden, hatte man die seltene Gelegenheit, mal wieder das pure Autofahren zu genießen. Die Rennstrecken waren dazu die perfekte Abwechslung. Gespickt mit einer Extraportion Adrenalin waren sowohl der Hockenheimring, als auch Circuit de Spa-Franchorchamps und die Nürburgringstrecken ein einmalig aufregendes Erlebnis, das ich jederzeit wieder antreten würde. Auch wenn der Golf GTI mit 110 PS nicht der schnellste in der Runde war, hat das „Rennfahren“ unfassbar viel Spaß gemacht.

 

Und mein Chef? Der machte auf den Rennstrecken spätestens nach der Einführungsrunde eine echte Rennfahrer-Figur hinterm Steuer. Vielleicht habe ich neben dem Langohr am Hockenheimring also auch noch einen alten Hasen auf der Rennstrecke entdeckt?

 

 

Das Wichtigste in Kürze

 

Die AvD Histo-Tour im Schnelldurchlauf

 

Die AvD-Histo-Tour startete am Mittwoch, 19. Juli, in Frankfurt am Main Niederrad und führte uns über Östringen an den Hockenheimring, auf dem wir 15 Runden auf Zeit fahren durften. Der Tag endete am Abend nach fast 400 Kilometern mit der Drivers Night im Hotel unmittelbar in der Mannheimer Innenstadt. Am zweiten Fahrtag führte uns die Route auf mehr als 550 Kilometern über Luxemburg nach Belgien bis zum Circuit de Spa-Franchorchamps. Dort drehten wir 15 gezeitete Runden auf dem Grand Prix Kurs des Spa Franchorchamps inklusive der berühmten Kurvenkombination Eau Rouge. Wieder heimwärts ging es am Freitag, dem dritten Tag, an dem wir – mit Boxenstopp in Barweiler – zum  Nürburgring fuhren. Ein besonderes Highlight war hier natürlich die Nordschleife. Auf der sogenannten „grünen Hölle“, die 20,82 Kilometer misst, durften wir 4 Runden fahren. Im Anschluss an weitere 15 Runden auf dem Nürburgring Grand Prix Kurs, und damit der letzten Rennstrecke,  durften wir uns direkt im Hotel nebenan einquartieren. Mit einem Sekt im Ziel begrüßt, freuten wir uns schließlich auf die letzte Drivers Night samt Siegerehrung.

 

 

Die Fahrzeuge

 

Von 42 Teams, die sich an den Start der AvD-Histo-Tour wagten, fuhren stolze 19 Teams Porsche.  Außerdem an den Start gingen fünf Alfa Romeo Modelle, drei MGs, zwei Ford Mustang und zwei Opel (Kadett C City und Ascona A). Echte Einzelstücke waren derweil ein Lancia Delta Integrale (1988), ein Audi GT 5 E (1980), ein Datsun 240 Z „Fairlady“, ein Subaru Imprezza WRX STI (1996), genauso wie ein BMW 318 i Baur S14 (1986), ein Mini 1000 MK II (1972) und natürlich der OCC Golf I GTI aus 1979.

 

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